Berufliche Selbstständigkeit

Als selbstständig Erwerbende gelten Personen, die auf eigene Rechnung einer beruflichen Erwerbstätigkeit nachgehen.

Selbstständig Erwerbende haben bestimmte Pflichten betreffend der Steuern und Sozialversicherungen.

Steuern für selbstständig Erwerbende

Bund und Kantone erheben eine Steuer auf dem Einkommen selbstständig Erwerbender. Das Einkommen von selbstständig Erwerbenden wird nach dem Steuerregime von natürlichen Personen besteuert.

Mehrwertsteuer (MWST)

Die Abrechnungspflicht bei der Mehrwertsteuer entsteht, wenn ein selbstständig Erwerbender einen Umsatz von jährlich mehr als 75'000 Franken erzielt. In seiner Abrechnung kann der MWST-Pflichtige jedoch die Steuern abziehen, die er selbst als Kunde auf den verschiedenen mehrwertsteuerpflichtigen Produkten und Dienstleistungen bezahlt hat (Abzug der Vorsteuer).
Wer die Voraussetzung für die Steuerpflicht erfüllt, muss sich unaufgefordert innert 30 Tagen nach Beginn der Steuerpflicht bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) anmelden. Auf deren Internetseite kann das Anmeldeformular bezogen werden. Detaillierte Auskünfte zur Mehrwertsteuer und die mehrwertsteuerpflichtigen Umsätze liefert die KMU-Seite.

Soziale Sicherheit für selbstständig Erwerbende

Selbstständig Erwerbende müssen sich selbst um die Sozialversicherungen kümmern und ihre Beiträge in ganzer Höhe selbst bezahlen. Wenn Sie eine Personengesellschaft gründen, sind Sozialversicherungsbeiträge an die AHV, die IV, die EO und die Krankenversicherung obligatorisch. Einzelheiten sind im KMU-Ratgeber zu finden.
Die Ausgleichskasse prüft, ob jemand im Sinne der AHV selbstständig erwerbstätig ist und verlangt einen Nachweis der verschiedenen Aufträge und von den verschiedenen Auftraggebenden, um eine so genannte «Scheinselbstständigkeit» zu verhindern. Wer bei der Ausgleichskasse als selbstständig erwerbend registriert ist, kann keine Beiträge an die Arbeitslosenversicherung bezahlen und ist somit auch nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert, falls die erhofften Aufträge ausbleiben.

Berufliche Vorsorge für selbstständig Erwerbende

Die Qualifikation, ob jemand selbständig erwerbend ist, richtet sich nach der AHV. Für selbstständig Erwerbende ist die berufliche Vorsorge nicht obligatorisch, allerdings können sie sich auf eigenen Wunsch der beruflichen Vorsorge unterstellen. Hingegen können sich selbstständig Erwerbende beim Wechsel in die berufliche Selbstständigkeit das Guthaben bei der Pensionskasse auszahlen lassen und dieses als Startkapital nützen. Damit sie sich nebst der AHV trotzdem eine Altersvorsorge aufbauen können, haben selbstständig Erwerbende die Möglichkeit, bei der dritten Säule (gebundene Vorsorge) höhere Beiträge einzuzahlen und diese von den Steuern abzuziehen.

Ausländische selbstständig Erwerbende

Kraft der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union können Bürgerinnen und Bürger der EU- und EFTA-Staaten im Prinzip eine selbstständige Erwerbstätigkeit in der Schweiz ausüben. Die Broschüre „EU-Bürgerinnen und –Bürger in der Schweiz (pdf)“ gibt weitere diesbezügliche Auskünfte.

Bürgerinnen und Bürger von Drittstaaten dürfen im Prinzip keine selbstständige Erwerbstätigkeit in der Schweiz ausüben. Eine solche Tätigkeit wird im Allgemeinen erst nach Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung (Bewilligung C) gestattet. Zuständig für Fragen im Zusammenhang mit einer selbstständigen Erwerbstätigkeit sind die kantonalen Arbeits- und Einwanderungsbehörden.