Pierre Keller
Direktor
École cantonale d'art de Lausanne (ECAL)
«Die Ecole cantonale d’art de Lausanne ist gleichwertig mit anderen Institutionen in Paris, New York oder Amsterdam. Gemäss einem kürzlich erschienenen Buch sind 15% der besten Designer weltweit mit der ECAL verbunden.»
Was hat aus der ECAL eine weltweit bekannte Kunst- und Designschule gemacht?
Ich denke, es ist die Verwirklichung einer klaren Vision, an der wir seit zehn Jahren arbeiten. Heute sind unsere Studierenden auf dem gleichen Niveau mit Schulen in London, Paris, Amsterdam oder New York. Im neusten Buch, das die hundert besten Designer der Welt auflistet („&Fork“, Phaidon Press, 2007), finden sich fünfzehn Namen, die mit der ECAL verbunden sind – als Professor, Teilnehmer oder Student. Dies entspricht 15% der aktuell besten Designer der Welt!
Ich wollte von Anfang an aus der ECAL eine regional, national und international renommierte Schule machen. Dazu braucht es gute Professoren und gute Studierende. Ich habe den Vorteil, dass ich die Materie kenne und während meiner Karriere enge Kontakte auf der ganzen Welt knüpfen konnte. Wir konnten dadurch viele Kapazitäten aus der Welt von Design, Fotografie oder der angewandten Künste nach Lausanne holen und ihnen interessante Konditionen und einen warmen Empfang in einer gastfreundlichen Region bieten. Schritt für Schritt haben wir einen für die Kunst fruchtbaren Boden mit Ausstrahlung in die ganze Welt geschaffen. Heute zählt Lausanne zu den grossen Städten des internationalen Designs.
Was bringt die ECAL den in der Region ansässigen Unternehmen?
Wir haben verschiedene Zusammenarbeitsprogramme in Design oder Kommunikation mit Unternehmen wie Nespresso oder Kudelski, ebenso wie Projekte mit grossen Uhrenmarken. Wir können auch viele Industriemandate übernehmen. Ich träume davon, eines Tages einen Lehrstuhl in Zusammenarbeit mit der Industrie zu schaffen. Natürlich generieren wir auch Rekrutierungsmöglichkeiten für die regionalen Unternehmen. Wir haben zudem Synergien mit anderen Schulen der Region geschaffen, zum Beispiel Designkurse zusammen mit den Studierenden der EPFL. Zurzeit erstellen wir ein 1'000 m2 grosses Labor für gemeinsame Projekte mit der EPFL, um Design und Technologie miteinander zu verbinden.
Mit Ihrer Karriere hätten Sie in Paris, New York oder Tokyo arbeiten können. Weshalb haben Sie sich für Lausanne entschieden?
Ich bin mein Leben lang viel gereist und bin auch heute noch ständig auf Reisen. Doch meine Wurzeln liegen in der Waadt und ich bleibe mit dieser Region verbunden. Ich hätte mich anderswo niederlassen können, aber mir gefällt Lausanne sehr und ich bin überzeugt, dass die Region ein riesiges Potenzial hat. Diese Gegend ist in Europa einzigartig, hier gibt es Lebensqualität, Sicherheit, Nähe zur Natur und sogar schnellste Verbindungen mit den europäischen und internationalen Hauptstädten. Für die Studierenden, Professoren oder Unternehmenskader, die aus dem Ausland kommen, ist dies ein traumhafter Ort.


